Richten Sie als erste Hürde einen Benutzeraccount mit Systemkennwort ein, um Unbefugten den Zugang zu Ihren Daten zu erschweren (Die Einstellungen dazu finden Sie in der Regel unter: Start » Systemsteuerung » Benutzerkonten). Wählen Sie dafür ein „starkes Passwort“ (sinnfrei zusammengesetzt, mindestens 10 Zeichen, darunter Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen). Ausführliche Informationen zur richtigen Passwortwahl erhalten Sie in unserem bereits veröffentlichten IT-Sicherheitstipp „So erstellen Sie ein sicheres Passwort“ [www.ec-net.de]. Sperren Sie das Gerät mit der Tastenkombination „Windows-Taste + L“, wenn Sie es einen Moment unbeaufsichtigt lassen.
Einige Hersteller bieten bereits Notebooks mit einem integrierten Fingerabdruck-Scanner und solche Geräte auch zum nachträglichen Einbau an.
Nur wenn der gescannte Fingerabdruck mit dem zuvor gespeichertem Abdruck übereinstimmt, fährt das Betriebssystem hoch oder lädt den Benutzeraccount. Auch ein sogenannter USB-Token erhöht den Schutz. Dieser ist wie ein kleiner USB-Stick und enthält eine individuelle Passwortdatei. Erst mit der Eingabe eines zusätzlichen Passworts des Benutzers wird der Systemzugriff ermöglicht. Diese Verfahren sind jedoch nur dann wirksam, wenn jemand versucht über Ihr installiertes Betriebssystem auf Ihre Inhalte zuzugreifen. Wird die Festplatte nach einem Diebstahl Ihres Notebooks ausgebaut und in einem anderen System montiert, sind zumeist sämtliche Informationen ohne die Eingabe des Passworts oder den Fingerabdruck zugänglich.
Einen wirklich verlässlichen Schutz Ihrer auf dem Notebook gespeicherten Daten erreichen Sie mit einer sogenannten lokalen Verschlüsselung. Dabei werden bestimmte Bereiche oder sogar die gesamte Festplatte des Notebooks mittels eines Passworts oder einer Schlüsseldatei (z.B. auf einem USB-Stick) verschlüsselt. Im Falle eines Diebstahls kann der Dieb ohne Kenntnis des Passworts nichts mit den gestohlenen Daten anfangen. Die in Windows integrierten Verschlüsselungsprogramme weisen einige Schwächen in der Kompatibilität bei Festplatten auf. Kostenlose Programme wie „True Crypt“ [http://www.truecrypt.org] oder „Disk Cryptor“ [http://diskcryptor.net] sind benutzerfreundlicher und verwenden zur Verschlüsselung den als derzeit sehr sicher geltenden Verschlüsselungsstandard AES. Dieser wird in den USA sogar für staatliche Dokumente mit höchster Geheimhaltungsstufe verwendet.
Achten Sie darauf, Ihr Notebook auch vor digitalen Bedrohungen (Viren, Würmern und Trojanern) zu schützen. Ein Virenschutzprogramm und eine Personal Firewall sind neben dem regelmäßigen Einspielen von so genannten Sicherheitsupdates (sowohl bei Anwendungsprogrammen als auch beim Betriebssystem) die Sicherheitsgrundlagen für jeden Computer.
Lassen Sie Ihr Notebook nie in einem öffentlichen Raum unbeaufsichtigt stehen.
Verschließen Sie Ihr Büro beim Verlassen immer, so dass Dritten der Zugang zu Ihren Dokumenten und Daten verwehrt bleibt. Wird Ihr Notebook trotz Einhaltung aller Schutzmaßnahmen doch geklaut, sind Ihre sensiblen Daten bei einer lokalen Verschlüsselung für Kriminelle wertlos. Ärgern werden Sie sich vermutlich trotzdem. Denn wichtige Dokumente und Informationen sind Ihnen jetzt nicht mehr zugänglich. Abhilfe schaffen regelmäßige Sicherungskopien des gesamten Systems. Externe Festplatten eignen sich aufgrund ihrer großen Speicherkapazität optimal für Datensicherungen. Je häufiger Sie ein Backup durchführen, desto nützlicher wird es Ihnen im Schadensfall sein. Natürlich müssen Notebook und Speichermedium getrennt voneinander aufbewahrt werden. Andernfalls fehlen Ihnen bei einem Diebstahl oder Brand unter Umständen sowohl die Originaldaten als auch die Sicherungskopien.
Dipl.-Inform.(FH) Sebastian Spooren
Dustin Pawlitzek
Prof. Dr. (TU NN) Norbert Pohlmann
Fachhochschule Gelsenkirchen / Institut für Internet-Sicherheit – if(is)
http://www.ec-net.de/
https://www.it-sicherheit.de/
https://www.it-sicherheit.de/topthema/passwoerter/
http://www.internet-sicherheit.de/institut/buch-sicher-im-internet/workshops-und-themen/topthema/
http://www.internet-sicherheit.de/
https://www.bsi.bund.de